Wo kaufen Dj’s eigentlich Ihre Musik?

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Musik online und offline kaufen

Heute möchte ich euch ein paar Anreize und Quellen für neue Genres, Künstler und Musik geben, da Ihr so euren eigenen Stil entwickeln und gleichzeitig weiterentwickeln könnt. Dabei berichte ich vorwiegend von meinen eigenen Erfahrungen und Bezugsquellen, die ich im Laufe der Jahre gesammelt habe. Ich kann hier natürlich nur einen kleinen Abriss geben und würde mich freuen, wenn Ihr in den Kommentaren weitere Tipps gebt. Eins ist aber sicher, nie war es leichter an Musik zum Auflegen zu kommen als heute.

Welche Dateiformate sind geeignet?

Zuerst sollten wir klären, welche gängigen Dateiformate zur Verfügung stehen und welche Vor- und Nachteile damit verbunden sind.

MP3: Das wohl gängigste Format unter den Audiodateien ist das MP3-Format, häufig Synonym für Musik in digitaler Form. Es kommt bei der Speicherung und Codierung fast aller Audiodateien im Internet, auf Smartphones, Musikplayern, uvm. zum Einsatz. Im Vergleich zu einer Audio CD bedarf es nur den Bruchteil des Speicherplatzes, da nur für den Menschen wahrnehmbare Frequenzbereich gespeichert werden. Der Nachteil liegt aber darin, dass es durch die Komprimierung doch zu Qualitätsverlusten kommt. Der „normale“ Musikhörer wird davon aber nicht viel mitbekommen.
Ihr solltet darauf achten, dass die Bitrate konstant bei 320 kbit/s liegt. So geht Ihr kein großes Risiko bei der Qualität ein. Für den Heimgebrauch mögen 128 kbit/s genügen, doch auf der PA im Club hört man den Unterschied.

WAVE: Das Wave Format wurde von Microsoft und IBM entwickelt und zählt im Gegensatz zum MP3-Format zu den verlustfreien Codierungen. Entsprechend hoch ist die Qualität, aber auch der Speicherbedarf. Eine Minute Musik kann schnell einen Speicherplatz von 10MB belegen. Das Format ist vor allem interessant, wenn die Musikstücke noch nachbearbeitet werden.

AIFF: Ähnlich wie das Wave Format erfolgt die Codierung beim AIFF Format weitestgehend verlustfrei. Der Vorteil liegt jedoch darin, dass sich zusätzlich Informationen wie ID3-Tags und Album Artworks speichern lassen. Das Format wurde von Apple entwickelt und kommt vor allem auf Macintosh zum Einsatz.

AAC: Das Format steht für „Advanced Audio Coding“ und gilt als qualitative Verbesserung des MP3 Formats. Eine AAC-Datei seht Ihr vermutlich bei Apple’s Musikdienst iTunes. Im Gegensatz zur MP3 wird noch weniger Speicherplatz benötigt, um eine entsprechende Audioqualität zu erreichen. Doch auch AAC zählt zu den verlustbehafteten Codierungen.

FLAC: Ist ein verlustfreies Audio-Komprimierungsverfahren, das die Dateigröße merklich schrumpfen lässt, ohne Kompromisse bei der Audio-Qualität machen zu müssen. Es ist nicht an Softwarepatente gebunden und somit frei verfügbar. Die Dateigröße ist dabei kleiner als bei WAVE oder AIFF. Zudem können Metadaten codiert und wieder decodiert werden, damit zusätzliche Informationen zu den Musikstücken bereitgestellt werden können.

Vinyl: Ist natürlich kein Dateiformat, sondern ein Medium für Musikstücke. Dennoch sollte es in dieser Zusammenfassung nicht fehlen, da es weiterhin einen großen Markt gibt, der sogar stetig wächst. Audiofanatiker schwören meist auf den warmen, analogen Klang einer Schallplatte und loben das breite Frequenzspektrum der Musikträger. Der größte Vorteil liegt jedoch zweifelsfrei in der Haptik des Mediums. Nachteil ist, dass Ihr anstatt eines USB-Sticks kiloschwere Plattenkoffer schleppen müsst. Vinyl-Dj’s machen das natürlich gerne.

Fazit: Die meisten Download-Dienste bieten die Audiodateien in MP3 an und damit solltet Ihr beim Auflegen auch keine Probleme haben. Geht es ums Produzieren von eigener Musik, seid Ihr mit verlustfreien Formaten wie WAVE besser beraten, da hier das Maximum an Audioqualität herausgeholt wird.

Wo kann ich Tracks in digitaler Form kaufen?

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Es gibt viele große Anbieter für Musikdownloads, doch Ihr solltet mit den folgenden 3 Bezugsquellen gut auskommen. Ich verwende sie zumindest fast ausschließlich. In der Branche der elektronischen Musik dominiert vor allem ein Unternehmen den Markt – Beatport.

Beatport: Bietet das größte Angebot an Musikstücken der elektronischen Tanzmusik. Es werden die Dateiformate MP3, AAC und WAV bereitgestellt, wobei es eine Preisstaffelung nach Qualität gibt. Hier gibt es so gut wie alles. Zudem bietet Beatport noch einen eigenen Bereich für Samples, Sounds und Tools an.

Amazon: Gerade für bekanntere Tracks, Alben und Sampler eignet sich Amazon ausgezeichnet. Die Dateien werden als MP3’s bereitgestellt und sind meist günstiger als bei Beatport.

iTunes: Für alle Nutzer von Apple und Mac bietet sich der hauseigene Download-Dienst iTunes an. Die Dateien werden in AAC mit 256 kbit/s bereitgestellt. Auch hier solltet Ihr fast alle Tracks finden.

Wo kaufen Dj’s Vinyl?

In Sachen Vinyl wird es etwas komplizierter, denn die Schallplatten werden nur in begrenzten Stückzahlen gepresst und sind deswegen häufig vergriffen. Andere Stücke wiederum erscheinen nur als Whitelabel oder sind gar nicht frei erhältlich. Für alle Neuerscheinungen empfehle ich euch den Onlineshop von decks.de oder Ihr seht euch direkt beim betreffendem Label um. Hier werden die Scheiben meist exklusiv vertrieben. Meine Vinyls bestelle ich auch häufig bei hhv.de. Hier hat man manchmal noch Glück mit etwas älteren Schallplatten.

Sollte die gewünschte Platte restlos ausverkauft sein, könnt Ihr euer Glück auf der weltweit größten Tauschbörse für Musikmedien versuchen, bei discogs.com. Hier bekommt man eigentlich immer die gewünschte Platte. Je nach Seltenheit müssen dafür aber auch horrende Preise berappt werden. Gutes Beispiel ist die Vinyl LP „Rebellion der Träumer“ von Kollektiv Turmstrasse. Hier sind knapp 200€ fällig. Ist aber auch ein Meisterwerk.

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Weitere beliebte Umschlagplätze für Vinyl:

  • Ebay
  • Der Plattenladen eures Vertrauens
  • Flohmarkt um die Ecke
  • Deejay.de
  • Promo-Pools

Hier hole ich mir Inspiration

Wir wissen jetzt, woher man als Dj neue Musik beziehen kann, doch wie wird man denn auf neue Interpreten und Musikstücke aufmerksam? Dafür verwende ich mehrere Quellen, die ich nun kurz vorstelle. Schaut selber einmal rein, ich bin mir sicher, dass Ihr auch noch neue Tracks findet.

Blogs: Es gibt eine Menge Blogs und Onlinemagazine die sich intensiv mit der Szene beschäftigen. Hier findet man immer wieder spannende Interviews, Reviews und Neuerscheinungen. Besonders empfehlen kann ich hier das Magazin Trndmusik.

Soundcloud: Bei Soundcloud handelt es sich um die wohl bekannteste Plattform zum Austausch zwischen Musikern. Hier könnt Ihr einfach euren Lieblings-Dj’s oder Labels folgen und neue Veröffentlichung und Set’s streamen. Meist können die Tracks dann direkt bei Beatport erworben werden. Ich sehe es auch immer wieder, dass Künstler Ihre Werke gratis zum Download anbieten. Auch interessant sind Podcast’s. Diese erscheinen regelmäßig und versorgen euch beständig mit neuer Musik.

Youtube: Auf Youtube lasse ich mich am meisten inspirieren. Hier findet Ihr Set’s und Tracks in voller Länge. Zudem könnt Ihr einfach bestimmte Kanäle und Nutzer abonnieren. Meine Favoriten unter den Channels sind „Majestic Casual“, „Slav“, „Mixmag“ und „Boiler Room“. Hier kann man auch einmal gut über den eigenen Tellerrand blicken.

Beatport: Ist nicht nur zum Erwerb von Musikdateien sehr gut, sondern auch um neue Tracks zu finden. Klickt euch einfach einmal durch die aktuelle Genre-Charts. Zusätzlich featured Beatport häufig die Charts bekannter Dj’s.

Soziale Netzwerke: Jeder hat seinen eigenen Stil und fühlt sich in einem Genre besonders wohl. Warum dann nicht einfach anderen Künstlern aus diesem Bereich in den sozialen Netzwerken folgen? So seid Ihr immer direkt über neue Releases im Bilde. Ich benutze hier am liebsten Instagram.

Magazine: Ähnlich wie Blogs, nur in analog. Zu nennen wären hier Mixmag, Faze oder die Groove.

Clubs: Am liebsten lasse ich mich natürlich direkt vor Ort inspirieren. Das hat den Vorteil, dass ich direkt merke, wie die Musik auf einer großen PA-Anlage und auf das Publikum wirkt. Schaut einfach einmal bei den Kollegen vorbei und seht was die so machen.

Ihr merkt es selbst, für Dj’s gibt es heutzutage mehr als genug Möglichkeiten, an neues Audiomaterial zu gelangen. Ich wünsche viel Spaß beim Stöbern!

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