Dj Effekte, EQ & Filter – Was kann mein Mixer?

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Die meisten modernen Profimixer stellen eine Vielzahl an verschiedenen Dj Effekten, Filtern und Funktionen bereit. Die Wichtigsten werde ich heute erläutern. So habt Ihr einen guten Überblick, was Euer gewünschter Dj Mixer bietet und kann.

1. Zuerst die Basics

Im ersten Schritt sehen wir uns einmal die Grundfunktionen des Mixers näher an. Unverzichtbarer Bestandteil ist hierbei der Equalizer, auch EQ genannt.

Equalizer

Ein Equalizer ist allgemein ein elektronisches Bauteil oder ein Filter zur Gestaltung und Entzerrung von Tönen. Dabei werden meistens immer nur bestimmte Teilbereiche des Frequenzspektrums beeinflusst, um diesen Bereich abzusenken oder zu pushen.

Beim Dj Mixer ist der Equalizer häufig als 3-Band-EQ ausgeführt. Das bedeutet, dass ihr Höhen, Mitten und Tiefen beeinflussen könnt. Der Xone 92 ist hier mit seinem 4-Band-EQ ein Vorreiter. Auf dem Frequenzband können Tiefen, tiefe Mitten, hohe Mitten und Höhen angesteuert werden. Bei den meisten Dj Mixern wird der Equalizer mit Drehreglern gesteuert, ein wichtiger Vorteil bei der Live-Bedienung. Der Pegel kann im Normalfall um +/-32 dB beeinflusst werden, so gelingt jeder Übergang.

Die Volumenregler

Die Volumenregler oder Gainregler befinden sich in den allermeisten Fällen oberhalb des EQ. Hiermit kann der Gesamtpegel des Kanals gesteuert werden. Über eine LED-Pegelanzeige kann die Spannung abgelesen werden. Zusammengefasst beeinflussen diese Regler die Lautstärke in der Vorstufe. Mit dem Master-Regler schickt Ihr das Signal dann an die Endstufe. Ich würde euch empfehlen, die roten LED’s zu meiden. Der Sound wird nicht gerade besser, wenn der Limiter immer wieder eingreift.

Booth Monitor

Dieser Drehregler steuert einen zweiten Audio-Ausgang des Mixers. Er kann unabhängig vom Master geregelt werden. Meistens werden damit die Monitor-Boxen für den Dj beeinflusst.

Balance Regler

Mit dem Balance Regler kann man das Verhältnis der Lautstärke der beiden Stereo Kanäle einstellen und somit kleinere Unregelmäßigkeiten bei der Wiedergabe ausgleichen.

Eingangsschalter

Die Schalter für die Audio-Eingangssignale sitzt bei gängigen Mixern noch über dem Volumenregler. Hier kann man je nach Modell zwischen Line/CD/Phone wählen. Bei den Pioneer Mixern ist der Schalter als Kippschalter ausgeführt.

Mikrofon und Kopfhörer

Die Mikrofoneinheit und die Steuerung des Kopfhörerausgangs sitzen bei gängigen Pioneer Mixern auf der linken Seite. Hier gibt es meist noch einen „kleinen“ EQ für den Mikrofoneingang und einen Lautstärkeregler. In Sachen Kopfhöreranschluss könnt Ihr ebenfalls die Lautstärke regeln. Zudem steuert ein weiterer Poti, zu welchem Anteil das Signal aus angewähltem Channel und Mastereinheit kommt.

2. Die „Standard“ Dj Effekte

Festival, Dj

Nun zu den Effekten. Jeder Effekt hat seine eigenen Charakteristika und Anwendungsgebiete beim Mixen. Manche sind durchaus sinnvoll, werden häufig eingesetzt und bereichern die Musik. Hier sind zum Beispiel Reverb oder Delay zu nennen. Andere wiederum werden nur selten verwendet und können glatt als „Spielerei“ abgetan werden. Ein Überblick:

Reverb Effekt

Der Klassiker unter den Effekten. Der Reverb soll eine künstliche Raumakustik schaffen. Der Effekt wird oft auch als Hall oder Nachhall bezeichnet, denn genau das zeichnet ihn aus. Stellt euch vor Ihr steht in einer großen, leeren Lagerhalle und es dröhnt Musik aus einem Ghettoblaster. Dieser räumliche Klang ist gewünscht, um Vocals oder linearen Klängen eine gewisse Dynamik zu geben. Ihr könnt diesen Effekt gut in Breaks und Parts einsetzen, in denen nur einzelne Sounds abgespielt werden.

Echo & Delay Effekt

Echo und Delay sind sogenannte Verzögerungseffekte. Dies bedeutet, dass die ausgesandten Schallwellen verzögert nochmals wiederholt werden. So kann ein künstliches Echo erzeugt werden. Über verschiedene Parameter lassen sich Intensität und Abstand der Wiederholungen anpassen, was wiederum zu ganz eigenen Charakterisistika und Sounds führt. Ich selber setze den Echo Effekt gerne kurz vor einem Drop ein, damit das ganze nochmals mehr Wirkung erzielt. Probiert es selbst mal aus.

Beim Reverse-Delay wird der verzögerte Sound rückwärts abgespielt. So ergibt sich nochmals ein anderes Klangmuster.

Flanger Effekt

Der Flanger ist der nächste klassische Soundeffekt, den Ihr an fast jedem Dj Mixer findet. Er entsteht eigentlich auch aus einer Verzögerung des Soundsignals, diese ist jedoch viel geringer als beispielsweise beim Echo. Die Verzögerung variiert in der Regel im Bereich von Millisekunden. Durch diese Varianz und Phasenverschiebung entsteht auch der typische, wellenartige Klang des Effekts. In ruhigeren Parts Eurer Tracks kann er seine volle Wirkung entfalten.

Phaser

Der Phaser Effekt ist dem Flanger sehr ähnlich, aber dennoch nicht identisch. Während beim Flänger die Verschiebung der Frequenzen linear abläuft, variiert diese beim Phaser. Beispielsweise werden die höheren Frequenzen stark phasenverschoben und die tieferen Frequenzen nur sehr leicht. Wird die Verschiebung zusätzlich noch moduliert, entsteht der typische Rotation Effekt.

Hochpass-, Tiefpass- Bandpass- & Bandstop-Filter

Filter sind keine Effekte im eigentlichen Sinn, können den Sound eines Tracks aber erheblich beeinflussen und machen mir beim Mixen am meisten Spaß. Der Hochpass-Filter lässt alle Frequenzen oberhalb einer Grenzfrequenz (im Beispiel liegt die Cutoff Frequenz bei 567Hz) ungefiltert hindurch, während die darunterliegenden Frequenzen gedämpft werden. Hiermit können also vor allem Tiefen herausgefiltert werden.

Lowcut-Filter

Der Tiefpass-Filter macht genau das Gegenteil. Tiefe Frequenzen werden „hindurchgelassen“ und Höhen werden gedämpft. Die rekursiven Bezeichnungen sind Low-Cut & High-Cut Filter.

High Cut Filter

Häufig trifft man noch auf den sogenannten Bandpass-Filter. Hier werden nur die Signale aus einem definierten Frequenzspektrum hindurch gelassen.

Bandpass Filter Kurve

Beim Gegenstück, dem Bandstop-Filter werden diese nicht weitergegeben, sondern abgesenkt oder gelöscht.

Bandstopp Filter Kurve

3. Was gibt es Neues?

Die Hersteller von Dj Mixern integrieren immer wieder neue Audioeffekte, um sich von der Konkurrenz abzuheben und dem Nutzer mehr Möglichkeiten zur kreativen Entfaltung zu geben. Auch hier möchte ich noch einige Effekte vorstellen. Vor allem der Hersteller Pioneer brachte hier ab der DJM 800er Baureihe neue Möglichkeiten. Aber auch externe Effektgeräte und Plugins geben euch vielfältige Chancen.

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Roll

Der Roll Effekt ist eigentlich nur ein Beat-Repeat. Der aktuelle Track wird als Loop immer wieder abgespielt. Die Anzahl der wiederholten Takte könnt Ihr natürlich einstellen. Zum Beispiel auf 1/4, 4/4 oder 1/16 Takt.

White Noise

White Noise ist als eine Art „Rauschen“ ein Gegengeräusch, welches im höheren Frequenzbereich angesiedelt ist. Es entsteht durch eine konstante Leistung des Signals im Frequenzband. Klingt kompliziert, hört sich aber eigentlich nur wie das Rauschen eines Radios ohne Empfang an. Das Geräusch wird aber auch als Audioeffekt in der Musikproduktion und im Djing eingesetzt. Je nach Frequenzbereich wird das Geräusch auch noch in Pink Noise oder Brown Noise aufgeteilt. Vor allem im Bereich EDM kann man einem Drop noch mehr Wirkung verleihen. Im Bereich Deep House würde ich den Effekt eher nicht einsetzen, da der Effekt mitunter sehr aggressiv klingt.

Im Alltag soll das konstante Rauschen die Hörschwelle anheben und damit Straßenlärm, Schnarchen und andere Störgeräusche übertönen. Also ist das weiße Rauschen nicht nur beim Mixing gut, sondern auch für mehr Konzentration, gegen Tinnitus und für besseren Schlaf einsetzbar.

Harmonic Effekt

Mit dem Harmonic Effekt können dem Track weitere Obertöne und Melodiestimmen hinzugefügt werden. Es werden also einzelne Töne gepitched. Beim Pioneer Mixer um +/-6 Halbtonschritte. Das Ergebnis soll dadurch breiter und dynamischer klingen.

Bitcrusher Effekt

Der Crush oder auch Bitcrusher Effekt zählt zu den digitalen Audio-Effekten und setzt bewusst auf Verzerrung und Reduktion der Audioqualität. Die Bitrate bzw. Abtastrate, sowie manchmal auch die Auflösung der Lautstärke werden im Nachhinein verringert. Das Endergebnis klingt sehr aggressiv und aufdringlich, da der Effekt eine starke Veränderung bewirkt, daher mit Bedacht einsetzen.

Gate Color Effekt

Der Gate Effekt gehört zu den sogenannten Beat Effekten. Das Mischpult erkennt dabei Rhythmus, Lautstärke und die Geschwindigkeit des aktuellen Tracks und baut bewusst „Aussetzer“ ein und löscht Parts. Es werden also nur Töne hindurch gelassen, die auf einem bestimmten Level oder höher liegen. Den Effekt kann man sehr gut bei langgezogenen Übergängen verwenden, wenn man nur bestimmte Elemente des Tracks „hereinspielen“ möchte. Das Ganze wird somit noch smoother.

Ihr kennt noch weitere Filter und Effekte? Schreibt mir gerne in den Kommentaren, dann nehme ich sie hier noch auf. Ihr wollt die Effekte auch einmal im Einsatz sehen? Schaut euch einfach das nachfolgende Video an.

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